Wie wird die Zukunft des Modellbahnens?

Totgesagte leben länger! Schon oft kursierte das Gerücht der Modellbau – insbesondere das Modellbahnen – sei am Sterben. Dem entgegen gibt es große Fernsehsendungen über Modelleisenbahn-Ausstellungen und seit ein paar Jahren verzeichnet die Branche wieder höhere Umsätze. Was ist also dran an diesen Aussagen und wie kann die Zukunft für diese wunderbare und vielfältige Freizeitbeschäftigung aussehen?

Die Pandemie hat den Modellbau im Privaten befördert!

In der Pandemie-Zeit zeigte sich ein interessanter Trend, den wohl wenige erwartet hätten. Mehr Menschen begeisterten sich für die Modelleisenbahn und das Gestalten von Erinnerungen oder Traumlandschaften auf kleiner Schiene. So konnten seit dem Jahr 2019 Modellbahn-Hersteller ein leichtes Plus in ihren Kassen registrieren. Auch neue Hersteller – vor allem aus China – oder wie TrainSetter haben sich auf dem Markt etabliert. Sie begeistern mit neuen Maßstäben, technischen Funktionen (wie CAR-Systeme) und Detaillierungen.

Es zeigte sich, dass einige Menschen gerne Zeit mit der Modellbahn verbringen und in Zeit von Ausgangssperre sich tiefer mit dem Thema beschäftigten. Des Weiteren gab der Modellbau die Chance aus der dunklen Welt ein wenig auszusteigen. Als man denn ganzen Tag mit Hiobsbotschaften von allen Richtungen beschallt – nahezu bedrängt wurde – bot das Modellbahnen einen inneren Ausweg. Mit Kleber und Cuttermesser konnten wir Modellbahner dieser Negativität entfliehen und uns unseren Träumen und Geschichten im Miniaturformat widmen. Es half Abstand von Inzidenzzahlen, Zukunftsängsten und Problemen zu gewinnen und nach dem Basteln mit klarerem Kopf sich Lösungsansätzen zu überlegen.

Entwicklung der Modellbahn-Vereine

Einen weniger starken Effekt hatte diese Entwicklung auf die heimischen Vereine und Interessensgruppen. Die Herausforderung neue Mitglieder zu akquirieren, bleibt bestehen. Die Jungen zeigen mehr Elan für technische Finessen und Neues gestalten. Es zeigt sich als herausfordernd der Jugend außerhalb von Computerspielen und Social Media neue Beschäftigungsfelder aufzuzeigen. Wahrscheinlich ist es ein Konglomerat aus vielen unterschiedlichen Aspekten. Einerseits haben heutzutage auch Jugendliche viele Verpflichtungen mit Schule, sportlicher Aktivität und den hohen Ansprüchen, welche die Arbeitswelt an sie stellt. Andererseits verführen die technischen Möglichkeiten und Computerprogramme zum Verweilen in den eigenen Räumen, da man augenscheinlich genug Kontakte und Abwechslung hat.

Jugendarbeit heißt hier „Einbinden und Ermöglichen“. Es gibt einige Vereine und auch Messen, die dies verwirklichen und damit Erfolg erzielen. So zeigte die „Faszination Modellbahn“ schon den jüngsten, wie sie ein Diorama gestalten können und die größeren Heranwachsenden zeigten stolz ihr Wissen. Auch viele Vereine ermutigen ihre jüngsten Mitglieder eigene Bauprojekte und Anlagen zu gestalten, zu pflegen und auf Messen zu präsentieren. Daraus entsteht nicht nur eine Zusammengehörigkeit, sondern stärkt das Selbstbewusstsein und das Verantwortungsgefühl der jungen Generation. Es zeigt sich, dass diese Vereine einen stetigen Zulauf – wenn auch überschaubarem Rahmen – erhalten.

Das Modellbahnen verändert sich – es stirbt nicht aus

Auch das Bauen selbst hat sich mit der Zeit geändert. So werden heute weniger große Anlagen, dafür aber vielfältigere kleine Anlagen und Dioramen im Privaten gestaltet. Dies ist die Folge von weniger Wohnfläche und bezahlbaren Wohnraum.

Schlussendlich lässt sich sagen, dass das Interesse nicht abbricht. Noch immer gestalten Menschen ihre Erinnerungen und Träume als kleine Szenen aus und auch die jüngere Generation findet Gefallen selbst etwas mit den Händen zu erschaffen. Es bleibt – für mich – nicht die Frage, ob die Modellbahn ausstirbt. Das Modellbahnen wird weitergeführt, da es vielen Menschen Freude bereitet selbst etwas zu gestalten und sich in eine Traumwelt zu versetzen, die sie bestimmen können. Es besteht eher die Frage, wie sich der Modellbau in Zeiten von Wohnungsmangel und Inflation verändert und wie er in die Zukunft getragen werden kann.

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