Mit dieser Methoden lackieren Sie sauber und gezielt
Inhaltsverzeichnis:

Wer kennt sie nicht, die Miniatur-Flugzeugbausätze vom großen, deutschen Hersteller aus Bünde. Gerne habe ich sie als Jugendlicher mit Pinsel bemalt. So konnte ich meiner Fantasie freien Lauf lassen und kam in die bekannte und gepriesene tiefe Konzentration. Auf den ersten Blick sahen die Ergebnisse gut aus. Aber war es auch langfristig passend geworden?
Wie Sie fachmännisch und langfristig Ihre Modelle farblich individualisieren, erläutere ich in diesem Beitrag.
Grundvoraussetzungen fürs Lackieren
Die Grundvoraussetzung für die folgenden drei Methoden sind mit unter Ruhe und Zeit. Ohne geduldiges Fingerspitzengefühl wird es bei der besten Technik nicht. Daneben benötigen Sie:
- eine stabile Unterlage
- Grundier- und Modellbaufarben in mindestens 2 unterschiedlichen Tönen der selben Grundfarbe
- Lackierwerkzeug (wie unterschiedlich feine Pinsel (von 0,2 – 0,4mm), Spray oder Air-Brush)
- Spülmittel
- Mircofasertücher
- Handschuhe
- Klemmen
- Klebebänder
- Atemschutzmaske
Lackieren kann man von der Terasse im Freien, unter der Werkbank, bis hin zum Hobbyraum ausführen. Die Küche ist hier grundsätzlich ausgeschlossen. Bevor Beginn des Lackierens sollten Sie das Modell mit Spülmittel reinigen. So entfernen Sie den Staub und das Fett von der Oberfläche. Hiermit wird die optimale Haftung für die Grundieren gewährleistet. Haben Sie ein Modell, welches mehrere Farbauftragungen erhalten soll? Dann ist das Abkleben mit Klebebändern sehr hilfreich.
3 Hauptmethoden des Lackierens
Grob gesagt gibt es drei verschiedene Methoden, wie Sie auf ihren Modellen eine andere Farbe auftragen können. Zum Einsatz kommen entweder Pinsel, Airbrush oder Spray. Die einfachste Methode ist das Arbeiten mit Pinsel. Hier erfolgen exakte Ergebnisse bei einfacher Anwendung. Die Airbrush-Methode benötigt schon etwas mehr Equipment, wie einen Kompressor oder eine Spritzpistole. Dies machen sehr gute Flächenergebnisse wett. Die dritte Methode ist das Lackieren mit Spraydose. Diese Methode ist schnell und effektiv und kann auch von Anfängern durchgeführt werden. Teilweise ist dies ein sehr günstiger Einstieg ins Lackieren und Altern.Was ist der Unterschied zwischen den Methoden und gibt es Möglichkeiten in das Lackieren einzusteigen oder als Profi zu arbeiten?
Lackieren mit Pinsel
Wenn Sie ein ruhige Hand haben und wenig Erfahrung mit Sprays oder Pistolen, ist der Pinsel die beste Wahl für Sie. Die Verwendung verschieden dicker Pinsel hilft, je nach zu bemalender Fläche, zielgenau und fein aufzutragen. Die Farbe muss für mindestens eine Minute gut durchgemischt werden. Falls Sie das Produkt vorher noch nicht verwendet haben, ist es ratsam diese vorher zu testen. Denn drauf ist drauf. Bemalen Sie mit einem Strich vorher eine unsichtbare Stelle oder einen Plastikbecher. Folglich gibt es keine bösen Überraschungen beim Bemalen des Modells.
Außerdem sollte immer mit der hellsten Farbe begonnen werden. Denn dunklere Farben können bei Malfehlern nicht mehr abgedeckt werden. Vorher ist es auch ratsam, sich einen gewissen Plan zu machen, was und wie lackiert werden soll. Streichen Sie gleichmäßig in eine Strichrichtung und lassen alle Farbschichten für mindestens 30, besser 60 Minuten trocknen. Hiermit verhindern Sie unschöne Vermischungen und Farbverläufe.
Selbstverständlich wird nach jeder Farbschicht der Pinsel gut ausgewaschen und abgetrocknet. Auch das Modell muss nach der Lackierung getrocknet werden. Hierfür sollte es mindestens 12 Stunden in einem trockenem, kalten und möglichst staubfreien Raum gestellt werden.
Das Bemalen mit Pinsel eignet sich für Einsteiger. Außerdem ist es praktisch für feine Arbeiten von Details und bei unterschiedlich kleinen Flächen auf dem Modell.
Lackieren mit Spraydose
Eine weitere Methode stellt das Lackieren mit Spraydose dar. Hierbei können größere Flächen schnell und gleichmäßig aufgetragen werden. Sowohl für Einsteiger, als auch für fortgeschrittene Modellbahner ist dies möglich. Wichtig ist hierbei darauf zu achten, dass die Gesundheit beachtet wird. Es ist ratsam eine Atemschutzmaske, Schutzbrille zu tragen und die Arbeiten im Freien oder in einem belüfteten Raum zu vollziehen. Und Achtung: Niemals in Nähe von Hitze oder Feuer bringen. Also auch nicht rauchen. Die Farben sind unter Druck und bilden extrem entzündliche Aerosole, die sich auf dem Boden ausbreiten (schwerer als Luft).
Vor dem Lackieren sollten Sie sich außerdem bewusst werden, welche Stellen mit Farbe versehen werden sollen und welche nicht. Stellen, die unberührt bleiben sollen, kleben Sie am besten mit Klebeband ab. Hier eignet sich Krepppapier.
Nachdem die Spraydose zimmerwarm geworden ist, können Sie den Farbton testen und die erste Schicht auftragen. Wie auch beim Malen mit Pinsel ist es ratsam, nicht nur einen Plan zu haben, sondern auch mit der hellsten Farbe zu beginnen. Nur so als Sicherheitsmaßnahme, falls man nicht doch kurz abgelenkt ist.
Beim Sprühen sollten Sie mindestens 30 cm zwischen sich und dem Modell lassen, nicht zu tief einatmen und in eine Richtung sprühen. Wild alles verteilen, wirkt unprofessionell und lässt das Ergebnis nicht gleichmäßig werden. Auch hier müssen die einzelnen Farbschichten 30 bis 60 Minuten und das Gesamtergebnis über 12 h trocknen. Der Trocknungsvorgang sollte hierbei bei Raumtemperatur erfolgen. Danach können die Klebebänder entfernt und das neue Modell bestaunt werden
Die Airbrush-Lackierung – schnell für Profis
Diese Methode ist für erfahrene Lackierer geeignet. Da die Spritze die Farbpartikel in feinste Aerosole zerstäubt, ist es wichtig in einer Werkstatt oder einer abgedeckten Umgebung zu arbeiten. Auch sollten Sie unbedingt Sicherheitsvorkehrungen wie Atemschutzmaske, Schutzbrille und Schutzhandschuhe beachten und tragen. Unter Druck – also bitte auch nicht rauchen – wird die Farbe aufgetragen. So können tolle Effekte und Muster entstehen.
Wie auch bei den anderen Methoden sollte im Vornherein klar sein, welche Stellen bearbeitet oder abgeklebt werden sollten. Nach dem Abkleben wird die Pistole vorbereitet. Sie muss an den Kompressor angebracht werden und ein Druck von 1,1 bis 1,5 bar eingestellt werden. Vereinfacht kann dies durch einen integrierten Druckminderer mit Wasserabscheider geschehen.
Hiernach werden die Farben angerührt. Diese sollte gleichmäßig verteilt sein und mindestens eine Minute aufgerührt sein. Danach erfolgt die erste Schicht des Lackes. Der größte Unterschied ist, dass nun immer erst von dunkel nach hell gegangen wird. Es muss gleichmäßig und mit mittlerem Tempo von außen nach innen gegangen werden. Bei zu langsameren Arbeiten bilden sich Farbnasen. Am besten geht man von Kanten und Außenstellen über zu großen Flächen in der Mitte und immer in eine Richtung. Die Arbeiten brauchen Übung und eine ruhige Hand.
Nach den Farbschichten und nachfolgenden Trocknen von je 30 bis 60 Minuten, wird das Modell getrocknet. Hierfür ist ein staubfreier und trockener Raum mit Zimmertemperatur geeignet.
Damit die Pistole lange verwendet werden kann, sollte diese außerdem gründlich gereinigt werden.
Die Verfeinerung beim Lackiervorgang – das „Finishing“
Hat man die ersten Schritte erfolgreich absolviert, kommt nun der Feinschliff. Das „Finishing“ ist an der Reihe. Hier kann man mit gezielten Akzenten oder Farbvertiefungen mehrere Details in den Vordergrund heben. Der letzte Schritt ist die Versiegelung mit Klarlack in „matt“ oder „glänzend“. Je nachdem was dargestellt werden wollte und wie die persönlichen Präferenzen sind.
Lackieren: so wird es keine Schmierei
Das Lackieren von Modellen gehört zu den gehobenen Künsten im Modellbau. Denn so einfach es manchmal aussieht, ist es dann doch nicht. Je nach Räumlichkeiten und Übung gibt es glücklicherweise verschiedene Varianten, um seine Modelle farblich zu verbessern und eine individuelle Fahrzeuglandschaft zu entwickeln. Jede Herangehensweise hat ihre eigenen Heraus- und Anforderungen. Auch das Ziel kann für die Methodenwahl von Bedeutung sein. So ist das Bemalen von sehr detailreichen Zugdetails praktischer mit der Hand durchzuführen, da viele Einzelteile bemalt werden. Beim Lackieren von Autos in einer einheitlichen Farbe sind das Sprayen oder Brushen durch gleichmäßige Farbauftrag im Vorteil.
Bei Kenntnis all dieser Techniken färben und altern Sie alle Fahrzeuge langlebig und mit ansprechendem Ergebnis!
Sie wollen noch mehr erfahren und ins Detail gehen?
Meine Quellen:
- https://www.tamiya.de/tamiya_de/blog/232-plastikmodelle-richtig-lackieren-so-geht-es/
- https://www.tristarcolor.com/lackieren-mit-der-lackierpistole
- https://www.toplac.de/blog/lackierer-werkzeuge-grundlegende-hilfsmittel-fuer-eine-lackierung
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